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Nein zur Kiesgrube Pfaffenhofen

Zahlen des Abbauantrags

Größe: ca. 5 ha

Abbautiefe: 8-13 m

Abbaumenge: ca. 356.000 m³

Abbaudauer inkl. Wiederbefüllung: 10-15 Jahre oder länger

Betriebszeiten: 6-22 Uhr


7 Argumente gegen die Kiesgrube

1 – Ablehnung durch die öffentlichen Institutionen

Die Vorbereitungen auf die Antragstellung laufen schon seit mindestens 2019. Seit das Vorhaben öffentlich wurde, setzt sich die Bürgerinitiative im Namen von über 3.100 Petitionsunterstützern für die Wahrung des Gemeinwohls ein. Die Bürgermeister und kommunalen Vertreter aus den drei betroffenen Gemeinden Haldenwang, Dietmannsried und Untrasried zeigten sich seit Anbeginn geschlossen solidarisch mit den Bürgern ihrer Ortschaften und der Bürgerinitiative. Formal bekräftigt wurde dies im Frühjahr 2022 durch einstimmige Entscheidungen gegen die Kiesgrube in allen drei Gemeinderäten. Eindeutiger kann eine Ablehnung durch die betroffenen Gemeinden und deren öffentlichen Institutionen nicht sein.


2 – Katastrophale infrastrukturelle Anbindung

Der Standort der geplanten Kiesgrube in Pfaffenhofen ist aufgrund seiner unzureichenden Infrastruktur zu den Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen untragbar. Die Verkehrsanbindung zwingt den Schwertransport durch – teils einspurige – Verengungen und Ortsdurchfahrten, Wohngebiete, Schul- und Kindergartenwege der umliegenden Gemeinden Probstried, Seebach, Haldenwang, Untrasried und Börwang. Die Anwohner müssen im Zuge des zusätzlichen Schwerlastverkehrs unter signifikant erhöhtem Staub, Lärm und Abgasen leiden.


3 – Unfallgefahr durch den Schwerlastverkehr

Täglich würden ungefähr 80 LKWs den Kies aus der Grube abtransportieren und die Straßen weiter belasten. Zudem befindet sich im nördlichen Haldenwang bereits ein Kieswerk, das weithin sicht- und hörbar ist und dessen Genehmigung kürzlich um weitere zehn Jahre verlängert wurde. Insgesamt bedeutet dies eine unverhältnismäßig große Verkehrsbelastung für alle Bürger in der Region.

 Auch steigt die Unfallgefahr signifikant. So gibt es in jedem der Orte mehrere Bushaltestellen, an denen Schulkinder und Senioren ein- und aussteigen sowie die Straße mit den zahlreichen LKWs überqueren müssen. Die Ortschaften sind bereits heute durch Transport- und Durchgangsverkehr stark gefährdet. Unfälle sowohl mit umgekippten LKWs hin zum angrenzenden Kindergarten an der scharfen S-Kurve in Probstried in 2021 sowie bei der risikobehafteten Ausfahrt von den Wohngebieten auf die Staatstraße haben sich bereits ereignet. Zuletzt wurde eine Person im April 2022 bei der Kollision mit einem Transporter schwer verletzt.


4 – Umweltzerstörung

Eine riesige Fläche eines funktionierenden Ökosystems würde zerstört werden. Seltene Tierarten, wie zum Beispiel der schwarze und rote Milan, die häufig über den Häusern von Pfaffenhofen kreisen, werden in ihrem Lebensraum gestört. Außerdem verliert das Naherholungsgebiet, durch das der Oberallgäuer Rundwanderweg führt und als eine der schönsten Einfahrten in den Landkreis Oberallgäu gilt, seinen idyllischen Charakter als schützenswerte Allgäuer Kulturlandschaft.

Zudem befindet sich der geplante Standort für die Kiesgrube in Pfaffenhofen im landschaftlichen Vorbehaltsgebiet Nr. 8 (siehe Regionalplan der Region Allgäu B I 2.1 i.V.m. Karte 3).

Pfaffenhofen ist ebenfalls laut Regionalplan kein Vorrang- oder Vorbehaltsgebiet für Kiesabbau.


5 – Zuspitzung der Ressourcenknappheit

Angesichts des global stetig wachsenden Verbrauchs an Kies und Sand mahnen Fachleute, dass der aktuelle Umgang mit diesen Ressourcen nicht wie gewohnt fortgesetzt werden kann. Es ist dringend eine zukunftsorientierte Kursänderung erforderlich.

Die Privilegierung für Kiesabbau im Außenbereich ist ein über 60 Jahre altes Gesetz und nicht vereinbar mit den heutigen Herausforderungen des Klimawandels. Es muss unter modernen Nachhaltigkeitsanforderungen kritisch betrachtet und folglich auch in Frage gestellt werden. Vor allem aber darf die gesetzliche Privilegierung nicht zum Freibrief für Kiesabbau führen. Natur, Erholungsraum und zukünftig dringend benötigte Wasservorräte müssen Schutz finden. 

Die Politik ist gefordert neue Wege zu gehen. Kies ist kein nachwachsender Rohstoff. Der Kiesabbau um jeden Preis muss überdacht und Alternativen müssen zukunftsweisend ausgebaut werden. Anzuführen sind beispielsweise das ressourcenschonende Baustoffrecycling und der Einsatz erneuerbarer Baustoffe. Auch gibt es Pionierprojekte des ganzheitlichen Betonrecyclings, die von der Landeshauptstadt gefördert werden.


6 – Gefährdung des vorhandenen Grundwasservorkommens

Es ist völlig unbekannt, inwieweit ein derartig weitgreifender Eingriff in die Bodenbeschaffenheit die Grundwasserflüsse beeinflusst. Der Klimawandel und die Konsequenzen daraus, wie Wassermangel und der Bedarf an neuen Quellen, können deshalb unsere Zukunft und die unserer Kinder gefährden.

Im Weiler Seebach (Haldenwang) soll der Oberallgäuer Wasserverbund zukünftig Wasser gewinnen, um die Wasserversorgung des Oberallgäus sicherstellen zu können. Der Gewinn dieses Wassers liegt angrenzend an das Gebiet der geplanten Kiesgrube. Erwiesenermaßen sinkt durch den Klimawandel der Grundwasserspiegel in vielen Gebieten Bayerns und eine Kiesgrube würde dieser bedenklichen Entwicklung Vorschub leisten. Zumal gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, dass eine Kiesgrube die angrenzende Wassergewinnung in Seebach nicht negativ beeinflussen würde.

Die Gemeinden Haldenwang und Dietmannsried haben ­ diesen Umstand würdigend bereits Ende 2021 einen Antrag zur Änderung des Regionalplans eingereicht, das Abbaugebiet in Haldenwang/Pfaffenhofen zum Wasservorranggebiet erklären zu lassen und für zukünftige Wassergewinnung zu schützen.


7 – Unverhältnismäßige Belastung der Bevölkerung

Der Lärm, die Verschmutzung durch Staub und die signifikante Gefahr durch den Schwerlastverkehr wäre für alle Anwohner ein gravierender Einschnitt in ihr Leben mit unabsehbaren physischen und psychischen Folgen. Besonders die große Zahl an Kindern in der Umgebung disqualifiziert den Standort ohne Zweifel als Platz für eine Kiesgrube. Die Anwohner der betroffenen Gemeinden sind bereits durch ein signifikantes Kieswerk mit Brechanlage in Seebach massiv belastet.

Über 3.100 Menschen sagen „NEIN zur Kiesgrube Pfaffenhofen“. Die Ablehnung des Vorhabens haben sie durch Unterschrift – per Hand oder in der Online-Petition – zum Ausdruck gebracht.

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

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